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Zuletzt geändert am:  16.10.2018
Die Grünen Siegen-Wittgenstein - http://gruene-siegen-wittgenstein.de/
28. June 2018

Nestlé gefährdet Menschenrecht auf Trinkwasser! - Krombacher Brauerei macht mit?

Abgelegt unter: Pressemitteilung

Liebe Freundinnen und Freunde,


Ihr alle habt sicherlich schon gehört von den zweifelhaften Bestrebungen des Weltkonzerns Nestlé, der u.a. sich in aller Welt die Zugriffsrechte auf Trinkwasser zu sichern  versucht, den Menschen also im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgräbt, um es ihnen dann - in Plastikflaschen abgefüllt - wieder zu verkaufen. -

Dass nun auch die im Siegerland ansässige Großbrauerei Krombacher Geschäftsbeziehungen zu diesem Konzern aufgenommen hat, kann nicht unwidersprochen bleiben und hat uns veranlasst, den unten aufgeführten offenen Brief an die Krombacher zu schreiben, der auch an die hiesige Presse ging.

Herzliche Grüße,
Christiane und Simon
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Offener Brief !

Bündnis 90/Die Grünen - Kreisverband und Kreistagsfraktion Siegen-Wittgenstein
57072 Siegen, Löhrstr. 7

An
Krombacher Brauerei, Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG, 57223 Kreuztal-Krombach

Zur Geschäftsbeziehung der Krombacher-Brauerei mit Nestlé


Sehr geehrter Herr Dr. h.c. Schadeberg,
sehr geehrter Herr Schadeberg,
sehr geehrter Herr Schaller,
sehr geehrter Herr Riehs,


mit Bestürzung haben wir erfahren, dass Sie seit Anfang des Jahres durch die Übernahme der Lizenz für Nestea eine Kooperation mit dem Nahrungsmittelriesen Nestlé eingegangen sind.

Das Geschäftsgebaren von Nestlé beinhaltet, weltweit in 36 Ländern, insbesondere in Gebieten mit wenig Niederschlag, Wasser abzupumpen und in Plastikflaschen zu verkaufen. Den dort lebenden Menschen wird das Wasser wortwörtlich abgegraben. Damit verdient Nestlé Geld mit der Not der dort lebenden Menschen.
Allein in Äthiopien haben nach Angaben der Menschenrechtsorganisation WaterAid 42 Millionen Menschen keinen gesicherten Zugang zu Wasser. Die ausbleibende Regenzeit im letzten Jahr hat darüber hinaus den Menschen dort schwer zugesetzt. Zudem mussten die Vereinten Nationen wegen der Hungerkrise in mehreren afrikanischen Ländern vor einem Massensterben warnen. In Ostafrika herrscht derzeit die schlimmste Dürre seit fünf Jahrzehnten. Die anhaltende Dürreperiode hat zu erheblichen Ernteausfällen geführt. 20 Millionen Menschen sind akut in ihrer Existenz bedroht. Neben alten Menschen sind vor allem Babys und kleine Kinder vom Hungertod bedroht. In Äthiopien sind nach Einschätzung der Vereinten Nationen etwa 5,6 Millionen Menschen auf internationale Hilfe angewiesen!

Vor diesem Hintergrund ist es völlig verantwortungslos, dass Nestlé dort auch noch riesige Mengen Wasser für eigene landwirtschaftliche Zwecke abpumpt!

Wasser ist ein Menschenrecht! Das schreibt Nestlé auch selbst auf seiner Website. Der Großkonzern tut jedoch alles dafür, den Menschen in den ärmsten Ländern das lebensnotwendige Wasser abzugraben.

Außerdem trägt Nestlé laut Angaben von Greenpeace mit der Produktion von palmölhaltigen Schokoriegeln wie Kitkat zur Zerstörung des indonesischen Urwalds bei: Durch die Rodung des Urwalds zugunsten von Ölpalmplantagen wird damit u.a. die Lebensgrundlage der stark bedrohten Orang-Utans zunehmend vernichtet. Palmöl wird vor allem bei der Herstellung von Schokoriegeln und Schokoladenbrotaufstrichen verwendet.

Die Krombacher Brauerei führt seit Jahren ein unterstützenswertes Projekt zum Schutz des Regenwaldes durch. Dieses Projekt wird durch die Zusammenarbeit mit Nestlé ad absurdum geführt.

Auch Ihre Argumentation, dass Nestea letztlich mit Wasser aus der Region in Würzburg abgefüllt werde, überzeugt nicht, da Sie allein durch die Kooperation mit Nestlé das umweltschädliche und menschenverachtende Geschäftsgebaren dieses Großkonzerns indirekt unterstützen.

Sehr geehrte Herren,

wir appellieren deshalb an Sie, jegliche Zusammenarbeit mit Nestlé schnellstmöglich einzustellen. Sie schaden Ihrer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie und Glaubwürdigkeit, wenn Sie diese Kooperation weiter fortsetzen.

Mit freundlichen Grüßen,

Christiane Luke (Sprecherin des Kreisverbandes)
Simon Rock (Fraktionsvorsitzender der Kreistagsfraktion)

Westfälische Rundschau 28.06.2018