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Bildungspolitisches Manifest

Bildungspolitisches Manifest

Zur geplanten Bad Laaspher Ortsumgehung, Variante 7.

Die „Ortsumgehung V7“ ist in aller Munde. Insbesondere StraßenNRW und konservative Teile des Rates proklamieren, dass die V7 die einzige mögliche Variante ist und Bad Laasphe nie eine Umgehungsstraße erhält, wenn diese Chance nicht genutzt wird.  Dieser Panikmache sollte man jedoch kritisch gegenüberstehen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass bei der Entscheidung im Rat für die V7 vielmehr Fraktionszwang und Aktionismus sowie Geltungsdrang dominierten, als die Zielsetzung, Bad Laasphe nachhaltig vom Verkehr zu entlasten.

Mängel hat die Ortsumgehung Variante 7 viele und die verbesserte Mobilität wird durch immense Naturzerstörung erkauft. Hier ist insbesondere auf die Linienführung im Bereich von Niederlaasphe zu verweisen. Das geplante Teilstück der Umgehung soll durch die Talaue mäandrieren und kurz hinter dem Ortskern wieder auf die B 62 zurückgeführt werden. Ein lieb- und sinnlos in die Landschaft betoniertes monströses Brückenbauwerk von beachtlichen 520 Metern Länge und circa 8 Metern Höhe wird dann die Wiesen überspannen. Damit wird Bad Laasphe ein Landschaftsteil mit hohem Freizeitwert genommen, denn bisher wurden die idyllischen Talwiesen, neben der Landwirtschaft, auch von Wanderern, Radfahrern und Gleitschirmfliegern genutzt.

Es scheint, dass der Landschaftsschutz bei den Planungen schlichtweg ignoriert wurde – wie sonst kann es passieren, dass man eine für hiesige Verhältnisse große, zusammenhängende agrarisch genutzte Fläche zerschneidet und von oben mit Abgasen, Feinstaub und Reifenabrieb berieseln will. Aber es werden auch geschützte Biotopflächen, FFH-Gebiete und Überschwemmungsgebiete durch die Ortsumgehung tangiert. Die Banfe muss in einem Teilbereich komplett verlegt werden; der Gennernbach kann in seiner Funktion, bedingt durch die Untertunnelung, nur noch durch erheblichen Pumpeneinsatz erhalten werden.

Für den Kurortstatus von Bad Laasphe ist ein zusammenhängendes Kurgebiet eine Grundvoraussetzung; insofern erscheint es als Farce, dass der Kurpark zerteilt und von der Kernstadt abgetrennt wird. Der ohnehin in den letzten Jahren stagnierende Kur- und Touristikbetrieb in und um Bad Laasphe wird durch die V7 sicherlich nicht positiv belebt.

Ein Großteil der Bad Laaspher Wohnbebauung wird eine direkte Sicht- und Hörverbindung zur neuen Straße haben. Es ist zu erwarten, dass dauerhaft ein höherer Grundschallpegel die Stadt durchsetzen wird. Beispielsweise sind bereits heute die Veranstaltungen auf dem Schützenplatz weithin für die Bürger hörbar.


Montag 17.00 Uhr....sieht so ein Verkehrskollaps aus?  Kein Stillstand, der Verkehr fließt....



Da der Ziel- und Quellverkehr für das Gros der Verkehrsbelastung in Bad Laasphe ursächlich ist, wird die Ortsumgehung nur bedingt zu einer Entlastung in den Spitzenzeiten führen, zumal die Straße in einem Abstand von 50-300 m parallel zur bisherigen B62 verläuft. Außerdem zeigt der Bundesverkehrswegeplan, dass die Straße als Teil einer überörtlichen Verkehrsverbindung zu sehen ist und keinesfalls allein dem Wohle der Bürger von Bad Laasphe dienen soll.

Zu bedenken ist auch, dass der fortschreitende demographische Wandel eine Alterung unserer Bevölkerung bedingt; künftig ist daher bei einem Großteil der Bürger eine eingeschränkte Mobilität zu erwarten.

Jeder Bürger sollte sich daher fragen, ob diese Umgehungsstraße für Bad Laasphe überhaupt erforderlich ist!  Angesichts der Vielzahl an Mängelpunkten erscheint es besser die Straße nicht zu verwirklich, als die Bürger mit einer halbherzigen Kompromisslösung zu belasten.