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A4-Lückenschluss - NEIN!

Es gibt Widerstand!

Weitere Informationen und Argumente finden Sie auf der gemeinsamen Homepage der Bürgerinitiativen, ebenso die Links zu den örtlichen Bürgerinitiativen von Buschhütten bis Hessen: Öffnet externen Link in neuem Fenster www.a4-nein.de

4. Oktober 2013

„Wenn dein Pferd tot ist, steig ab!"

Grüne begrüßen das Aus für Fernstraßenpläne nach Frankenberg und Abschied von der FELS/Route 57 – Stunde für realistische Verkehrsplanung gekommen!

Der Kreisverband der Grünen Siegen-Wittgenstein begrüßt das Aus für die West-Ost-Fernstraßenverbindung „B 508n“ von Erndtebrück nach Frankenberg und die Absage an die sog. FELS als "Sieg der Vernunft": „Wir begrüßen ausdrücklich die Entscheidung des Landesverkehrsministers, das Teilstück nach Frankenberg nicht für den kommenden Bundesverkehrswegeplan zu melden. Und niemand kann, wenn er ehrlich ist, von dieser Entscheidung überrascht sein. Denn in Zeiten knapper Kassen sind derartige Projekte nicht darstellbar. Der Blick auf den Zustand unserer Straßen zeigt: Es kann aktuell nur darum gehen, dem Erhalt und Ausbau des Bestandes klare Priorität zu geben. Träumereien von nicht zu finanzierenden Leuchtturmprojekten bringen unsere Region keinen Millimeter weiter.“

Dies gelte insbesondere auch für die Anbindung des Wittgensteiner Landes: „Die Route 57 in der geplanten Form ist ebenso wenig realisierbar wie eine Fernstraße von Kreuztal nach Frankenberg. Daher muss die Optimierung der bestehenden Verkehrswege so schnell wie möglich angegangen werden“, so die Grünen. Es gehe darum, den dreispurigen Ausbau der B 62 zwischen Lützel und Erndtebrück zu forcieren sowie zielführende Maßnahmen zur Entlastung des Ferndorftales umzusetzen, beispielsweise die Optimierung des Verkehrsflusses auf der B 508. Darüber hinaus begrüßen die Grünen die erneute Prüfung einer Tunnelvariante für die Kreuztaler Südumgehung.

Die Grünen-Sprecher weisen die Vorwürfe von Landrat Breuer in Richtung Grüne „entschieden“ zurück: „Das Aus für die Verkehrsachse Kreuztal-Frankenberg ist keine 'Grüne Kraftmeierei', sondern aufgrund der Haushaltslage unumgänglich und folgerichtig. Es ist der Landrat selbst, der der Zukunft der Region durch seine unrealistischen Phantasien seit Jahrzehnten eine Bärendienst nach dem anderen erweist! Es müssen im Hier und Jetzt finanziell vertretbare und ökologisch sinnvolle Konzepte entwickelt und umgesetzt werden. Daran muss sich auch der Landrat messen lassen, denn schon die Dakota-Indianer wussten: 'Wenn dein Pferd tot ist, steig ab!'"

Auch die Option des nrw Verkehrsministers, die sog. Route 57 auf der Bestandsstrecke und möglicherweise erforderliche Ortsumgehungen wie etwa die Ortsumgehungen Hilchenbach und Kreuztal möglichst ortsnah zu planen, die FELS-Trasse jedoch nicht weiter zu verfolgen, begrüßen die Grünen ausdrücklich: "Das ist der Abschied von der sog. FELS als vermeintlicher Ortsumgehungskette, die von den Befürwortern ohnehin stets als Feigenblatt für den Wunsch nach einer überörtlichen Bundesfernstraße herhalten musste."

Die Grünen richten nun den Blick nach vorne: „Es ist an der Zeit zu erkennen, dass unrealistische Maximalforderungen zum Scheitern verurteilt sind. Wir sind jederzeit bereit zu einem konstruktiven Dialog über wirklich zukunftsfähige und zeitnah umzusetzende Konzepte im Bereich der regionalen Verkehrsinfrastruktur – zum Wohl der Menschen und der heimischen Wirtschaft!“





10. September 2013

Offener Brief - Podium" zur "Route 57" am 12.9. um 19 Uhr in den Rothaarstuben - schlechter Politischer Stil!

Sehr geehrter Frau Daub, sehr geehrter Herr Klein, lieber Willi,
sehr geehrter Herr Stötzel (als Repräsentant der BI Weniger Lärm B508 und B62 mit der Bitte um Weitergabe an alle Mitglieder der Initiative),
 
über die lokalen Medien hat die BI Weniger Lärm B508 und B62 für den kommenden Donnerstag, 12.9., um 19 Uhr in die Dahlbrucher Rothaarstuben zu einem Podiumsgespräch eingeladen, um zu erfahren, wie es mit den Planungen zu diesem Straßenbauvorhaben weitergeht. Das ist das gutes Recht der BI und guter demokratischer Brauch.
 
Ausgesprochen schlechter Stil allerdings und geradezu undemokratisch ist es, wenn zu dieser öffentlichen Veranstaltung im Kontext des Bundestagswahlkampfs ausschließlich die Befürworter der sog. "Route 57", also die Kandidaten von CDU, SPD und FDP geladen sind, nicht aber die Kritiker, also Grüne und Linke, wenn es denn schon eine Beschränkung auf die jetzt im Bundestag vertretenen Fraktionen geben soll. Hier geht es offenbar nicht darum, unterschiedliche Positionen über die Perspektiven der Realisierung des Straßenprojekts miteinander in Kontakt zu bringen, sondern um eine reine Propagandashow im Sinne der Befürworter der sog. "Route 57".
 
Auch das ist natürlich legitim, aber mit einer Podiumsdiskussion, auf der "Abgeordnete Farbe bekennen" sollen (WR vom 10.9.2013) hat das nicht das Geringste zu tun. Das hätten die routenkritischen BIs dem geneigten Publikum nicht zugemutet. Vielmehr haben sie im Vorfeld des letzten Landtagswahlkampfs selbstverständlich allen politischen Mitbewerbern die Gelegenheit gegeben, im Bürgerhaus Unglinghausen für ihre Position zu werben, offen und fair, so wie sich das unter guten Demokraten gehört. Und als Grüne laden wir sowieso grundsätzlich jede und jeden in unsere Veranstaltungen ein, auch wenn die politischen Kritiker unserer Positionen davon leider viel zu selten Gebrauch machen.
 
Ich fordere die BI "Weniger Lärm B508/B62" hiermit also in aller Form auf, das Podium der Veranstaltung am 12.9. zumindest um die Kandidaten von Linken und Grünen, wenn möglich auch der Piraten zu erweitern!
 
Andernfalls appelliere ich an Sie, sehr geehrte Frau Daub, sehr geehrter Herr Klein, und an Dich, lieber Willi, unabhängig von dem, was uns in der Sache trennt, um unserer gemeinsamen Überzeugungen als Demokratinnen und Demokraten willen für diese Veranstaltung nicht zur Verfügung zu stehen. Denn sie hat mit Aufklärung, Diskussion und Information nichts zu tun und beschädigt die politische Kultur in unserer Region. Dafür sollten Sie, solltest du dich nicht hergeben!
 
Mit besten Grüßen,
Peter Neuhaus
Grüne Siegen-Wittgenstein/Direktkandidat für den 18. Deutschen Bundestag





18. Juli 2013

“Jetzt hat die Stunde der verkehrspolitischen Vernunft geschlagen!” – Grünen-Kreisverband fordert Sanierung und Ausbau statt nutzloser Neubauphantasien

Der verkehrspolitische Sprecher des Kreisverbandes der Grünen in Siegen-Wittgenstein, Florian Kraft sowie Simon Rock, Mitglied im Grünen Landesvorstand, begrüßen die jüngsten Klarstellungen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dem nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Michael Groschek zur Umsetzung von Straßenneubauvorhaben insbesondere im Blick auf die umstrittene "Route 57": "Jetzt ist die Stunde der verkehrspolitischen Vernunft gekommen. Ramsauer und Groschek machen unmissverständlich klar, dass für finanziell aufwändige Straßenneubauten schlichtweg kein Geld vorhanden ist. Deshalb gilt: unbedingter Vorrang von Sanierung und, wo nötig, Ertüchtigung des bestehenden Straßennetzes! Nimmt man zu den klammen Finanzen noch den fraglichen Nutzen und die extremen ökologischen Kollateralschäden der sog. „Route 57“ hinzu, so dürfte jedem klar sein: Dieses Projekt ist und bleibt ein Sankt-Nimmerleins-Projekt von Landrat, Asphaltkoalition aus CDU, SPD, FDP und IHK."

Wer sich jetzt derart überrascht zeige von der Ansage der Bundes- und Landesregierung, der habe in den letzten Jahren immer wiederkehrende Argumente und Fakten schlichtweg ignoriert: "Würden die Befürworter der Route 57 nicht regelmäßig hochkarätige Informationsveranstaltungen boykottieren, so hätten sie längst erfahren können, worüber sie sich nun erschrocken zeigen. Im November letzten Jahres hat der parlamentarische Staatssekretär im Umweltministerium, Horst Becker, der zuvor im Verkehrsministerium tätig war, über die leeren Kassen im Straßenbau in Erndtebrück referiert. Und erst im Mai hat der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses, Dr. Anton Hofreiter, in Kreuztal erläutert, dass für Straßenneubauten kein Geld da sei. Der Investitionsstau im Bereich der Sanierung sei derart dramatisch - das DIW beziffert ihn auf mindestens 3,8 Milliarden Euro jährlich -, dass Neubauten bis auf wenige Ausnahmen völlig unrealistisch seien. Selbst durchgeplante Neubauvorhaben wie die Südumgehung Kreuztal gebe es zuhauf und würden das Budget sprengen. Nichts Neues unter der Sonne also, was Groschek und Ramsauer nun zu Protokoll geben."

Dass Breuer und Co. nun Durchhalteparolen ausgeben, nehmen die Grünen mit Sorge zur Kenntnis: "Spätestens jetzt sollten die Phantasten unter den Straßenpolitikern zur Besinnung kommen. Es schadet der Wirtschaftsregion Siegen-Wittgenstein, wenn Machbares dadurch verspielt wird, dass immer wieder Unrealistisches gefordert wird. Dieses traurige Spiel wird hier schon seit Jahrzehnten gespielt. Und niemand hat etwas davon!"

"Wir Grüne stehen für zeitnah machbare Lösungen: für die Sanierung maroder Straßen in unserer Region, für eine Optimierung der Verkehrsanbindung zwischen Siegerland und Wittgenstein im Bestand, für die Stärkung des schienengebundenen Güter- und Personenverkehrs (Ruhr-Sieg-Strecke), für die Vereinfachung von Routen-Genehmigungsverfahren  im Gütertransport über die Straße. Das ist ehrlich und wirtschaftsfreundlich zugleich."

Abschließend erklären die Grünen: "Zu dieser Ehrlichkeit gehört übrigens auch, sich neben steuerlichen Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen, auch zu maßvollen Steuererhöhungen für Besserverdienende zu bekennen. Wir Grüne tun das. Wenn wir die Probleme im Verkehrsbereich lösen wollen, brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Steuermittel. Sonst wird am Ende des Tages nicht einmal das Machbare gemacht."





4. Juni 2012

Sanierung und Optimierung im Bestand - Verkehrsplanung mit Vernunft statt Straßen-wünsche für den Weihnachtsmann!

Siegerland und Wittgenstein besser verbinden – mit dieser Absicht werben die Befürworter einer Fernstraßenverbindung zwischen Kreuztal und Erndtebrück für die so genannte „Route 57“. Doch diese Straße löst weder die bestehenden Probleme, noch ist sie aus ökologischen und nicht zuletzt finanziellen Gründen sinnvoll. Darum lehnen wir sie entschieden ab!

Wir möchten die Verkehrs-Infrastruktur in Siegen-Wittgenstein anders stärken! Es macht keinen Sinn, neue Straßen zu bauen, während die alten langsam verfallen. Der Erhalt der bestehenden Verkehrswege muss Vorrang haben vor neuen teuren Trassen.

Wir plädieren für den sinnvollen Ausbau der bestehenden Verkehrswege, wie etwa den drei-spurigen Ausbau von Teilabschnitten der B 62, und wir fordern realistische Maßnahmen zur Entlastung des besonders belasteten Ortskerns in Dreis-Tiefenbach.

Zudem muss der ÖPNV in Siegerland und Wittgenstein gestärkt werden. Wir brauchen attraktive Alternativen mit Bus und Bahn statt Tarifdschungel und überteuerter Fahrpreise! Und auch der Güterverkehr muss verstärkt auf bestehende Bahntrassen in Siegerland und Wittgenstein verlagert werden. Hierfür müssen bei Bedarf entsprechende Gleisanschlüsse hergerichtet werden, etwa im Industriepark Wittgenstein.

Die von Landrat Paul Breuer im Vorfeld des am 14.6.2012 tagenden Kreisverkehrsausschusses in der Presse (WR/SiZ vom 1.6.2012) präsentierte Liste bietet keine realistische Perspektive zur Entwicklung der regionalen Verkehrsinfrastruktur, sondern erinnert eher an den Wunschzettel eines Kindes für den Weihnachtsmann. Derartige Phantasien bringen unsere Region nicht weiter!

Der Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen des Landesbetriebs StraßenNRW, Ludger Siebert, hat im Rahmen des Forums der Volksbank Bigge-Lenne zum Thema "Perspektive der Straßeninfrastruktur in Südwestfalen" kürzlich klar gemacht: "Man kann Träume träumen, aber wir müssen die Spreu vom Weizen trennen." (SiZ 31.5.2012) Angesichts eines enormen Sanierungs-staus und klammer öffentlicher Kassen muss endlich Vernunft einkehren.

Und das heißt: Sanierung und Optimierung im Bestand!

Auch die regionale Wirtschaft fordert keineswegs neue Straßen, sondern die Optimierung und den Erhalt der bestehenden Infrastruktur, so etwa die größte Arbeitgeberin im nördlichen Siegerland, SMS-Siemag: "SMS Siemag fordert keine neue Straße – sondern den Erhalt vorhandener Routen" (SiZ vom 18.2.2012)

Wir widersprechen also entschieden dem von Landrat Paul Breuer und der großen Asphaltkoalition aus CDU, SPD und FDP im Verbund mit der IHK gebetsmühlenartig vorgetragenen Forderung nach einer wahlweise FELS, Entwicklungsachse oder neuerdings Route 57 genannten überregionalen Trasse. Sie ist weder ökologisch vertretbar noch finanzierbar noch sinnvoll im Sinne der regionalen Wirtschaftsförderung!

Stattdessen bekennen wir uns als Grüne ausdrücklich zum Industriestandort Siegen-Wittgenstein,  zu unserer Verantwortung zur Sicherung und dem Ausbau der bestehenden Arbeitsplätze. Wir bekennen uns zum den endogenen Entwicklungspotentialen unserer Region Südwestfalen mit seinen Reichtümern an Natur und Umwelt, Kultur und Tourismus, Bildung und Ausbildung.

Um diese Potentiale nachhaltig zu stärken, brauchen wir selbstverständlich auch eine intakte und  leistungsfähige Verkehrsinfrastrukur in den Bereichen Straße und Schiene, sowohl im Güter-, als auch im privaten und öffentlichen Personenverkehr. Diesem Ziel kommen wir nicht durch Wunsch-träume näher, sondern nur durch einen entschiedenen verkehrspolitischen wie verkehrswirtschaft-lichen Realismus.

Deshalb fordern wir, dass das im Koalitionsvertrag 2010 zugrundegelegte Prinzip "Vorrang für Investitionen in den Straßenerhalt" (S. 53) auch im neuen Koalitionsvertrag uneingeschränkt Geltung erlangt und maßgeblich ist auch für die Land NRW zur  Fortschreibung des Bundes-verkehrswegeplans 2015 nach Berlin zu meldenden Bedarfe.

Siegen, 1. Juni 2012

gez.     Florian Kraft (Sprecher KV), Helga Rock (Vorsitzende Kreistagsfraktion)





Leserbrief von Dr. Peter Neuhaus

Sehr geehrte Damen und Herren,


zum Artikel in der SZ vom 5.8.2009 "Straße soll Wettbewerb der Regionen helfen" erlaube ich mir, folgenden Leserbrief einzureichen:

"Auf der Werbeveranstaltung für die sog. FELS bzw. Bundesfernstraße Kreuztal-Hattenbach am 3. August in der SMS-Kantine äußerte der SMS-Vorstandsvorsitzende Dr. Kay Mayland, dass in China "solche Straßen innerhalb eines Jahres organisiert werden." China als Vorbild? Dazu möchte ich doch Folgendes zu bedenken geben:
     
China kämpft bekanntlich mit massiven Umweltproblemen. In Chinas Städten sieht und riecht man die Verschmutzung, dicke Abgaswolken in den Straßen und Ruß auf der Haut gehören für viele Chinesen zum Alltag. Ein Verkehrspolizist in Peking wird im Schnitt 40 Jahre alt. 460.000 Chinesen sterben jedes Jahr vorzeitig an den Folgen verseuchter Luft und verschmutzten Trinkwassers, heißt es in einer Studie der Weltbank. 70 Prozent aller Krebsfälle in China werden durch die Umweltverschmutzung zumindest mitverursacht, sagt Chinas stellvertretender Umweltminister. Innerhalb der chinesischen Führung geht die Sorge um, dass die Umweltschäden schon bald das Wirtschaftswachstum auffressen könnten.

Menschen, ja ganze Dörfer und Städte werden umgesiedelt, um wirtschaftliche Großprojekte zu realisieren, Opponenten mundtot gemacht, ökologische Bedenken in den Wind geschlagen.

Und ein solches wirtschaftsdiktatorisches Regime soll nun Vorbildcharakter für uns haben? Mit Verlaub, Herr Dr. Mayland, bei allem Respekt vor den Menschen und der Kultur Chinas ist doch festzuhalten: Chinas politisches System kann und darf nicht Leitbild unseres politischen Handelns sein!

Sind die Befürworter eines umstrittenen Straßenbauprojekts angesichts der ihnen entgegengebrachten kritischen Einwände nun schon so zynisch, dass sie im Zuge ihrer Asphaltphantasien gleich unsere demokratische Diskussions- und Entscheidungskultur zur Disposition stellen wollen? Ich hoffe nicht, auch wenn die einseitige Ausrichtung des "Diskussionsforums" in der SMS-Kantine sowie die immer wieder von Landrat Breuer unternommenen Versuche, den kritischen Bürgerinitiativen ihre Seriosität abzusprechen, leider in die gleiche Richtung weisen.

Lieber Willi Brase: Wie gern hätte ich zumindest deinen kritischen Widerspruch gegen gegen das Lob des Systems China aus dem Munde des SMS-Vorstandsvorsitzenden vernommen - doch in Sachen FELS/Fernstraße ist die SPD längst Opfer ihrer eigenen Nibelungentreue gegenüber dem amtierenden Landrat geworden. Schade drum!

Dr. Peter Neuhaus
Sprecher Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen
Kirchweg 6
57271 Hilchenbach

"Die Asphaltkoalition steht!" - Grüner Landratskandidat Groß kritisiert handverlesene Tafelrunde zur FELS-Debatte

Pressemitteilung                              Siegen, den 05.08.09

Michael Groß, grüner Kandidat zur anstehenden Landratswahl, kritisiert die
Pseudo-Diskussion zur sog. FELS am vergangenen Montag im Dahlbrucher
SMS-Restaurant und wirft den Protagonisten, Landrat Breuer und SPD-MDB
Brase vor, die Menschen der Region nicht ernst zu nehmen:

"Die von Breuer und Brase angekündigte Diskussion zur FELS war keine und
sollte auch keine sein, wie schon die Zusammensetzung des Podiums beweist.
Hier haben sich vielmehr die erklärten Befürworter des Projekts zu einer
Beschwichtigungskampagne zusammengefunden, durch die Kurzfristigkeit der
Einladung noch dazu mitten in den Sommerferien eine breite Beteiligung der
Bevölkerung gezielt verhindert und die anwesenden VertreterInnen der vor Ort
tätigen Bürgerinitiativen nahezu vollständig stillgestellt", kritisiert
Groß. "Ein echter Dialog sieht anders aus!"

"Eines jedoch ist bei dieser handverlesenen Tafelrunde klar geworden: Die
große Asphaltkoalition steht wie eine Eins. Die einzige politische Kraft
unserer Region, die der Asphaltkoalition entschieden entgegensteht, sind
Bündnis 90/Die Grünen in unseren Kommunen vor Ort, im Kreis, im Land und
bundesweit. Und das aus guten Gründen, wie wir immer wieder vorgetragen
haben und weiterhin vortragen werden:
Die Straße, die den Menschen als entlastende Ortsumgehung verkauft wird,
gilt nach dem erklärten Willen von Breuer, Brase und Co. als Einstieg in
eine so genannte leistungsfähige Bundesfernstraße von Kreuztal nach
Hattenbach, und zwar als Ersatz für den alten A4-Traum, den der amtierende
Landrat wider Willen beerdigen musste. Sie wird die Menschen nicht
entlasten, sondern mit überregionalem Fernverkehr zusätzlich belasten, im
Westen, nochmals sei`s gesagt, mit über 50.000 KFZ pro Tag! Der behauptete
wirtschaftliche Nutzen für die Region ist eine reine Schimäre, das
Kokettieren wirtschaftlich rundum gesunder Unternehmen mit eventuellen
Standortverlagerungen ein zwar übliches, aber in diesem Zusammenhang
unverantwortliches Kokettieren mit den Ängsten der Menschen, die gerade zur
Zeit unter dem Mangel an Sorgen wahrlich nicht zu leiden haben.
Und schließlich ist die Natur- und Umweltkatastrophe, die mit dem
Breuer-Braseschen Straßenwahn einhergeht, gar nicht deutlich genug
hervorzuheben. Es gibt bei diesem Projekt keine "Umweltverträglichkeit" -
das zuzugeben und die Negativbilanz des ganzen Unsinns mit zu thematisieren,
wäre wenigstens ehrlich - aber nicht einmal zu dieser Aufrichtigkeit können
sich die Straßenfreunde durchringen", kritisiert Groß.

"Landrat und SPD-Mann Brase ignorieren die Sorgen der Menschen, die sich in
einer Kette von Bürgerinitiativen vom nördlichen Siegerlang über
Wittgenstein bis nach Hessen gegen die Zerstörung ihres Lebensumfeldes durch
die  Fernstraßenphantasien der großen Aspahltkoalition wehren und täglich an
Unterstützern hinzugewinnen. Die Fronten sind klar, die Menschen haben die
Wahl: Wer die Straße will, sollte am 30 August auf keinen Fall GRÜN wählen -
und umgekehrt!"

Trassenwanderung mit Bärbel Höhn am 21.06.09

gegen die geplante Südumgehung von Buschütten bis Ferndorf, sowie die Bundesfernstraße.


Pressestimmen:

Artikel in der Siegener Zeitung vom 22.06.09

Artikel in der WR vom 22.06.09


Fotos:




Fotos: Marco Butz

FELS - Trassenwanderung mit Bärbel Höhn 21-06-2009

Fotos: Eimo Enninga

Video: Eimo Enninga

Video: Eimo Enninga

Nein zur Bundesfernstraße!

Straßenlobby macht mächtig Druck - Großprojekt bedroht jetzt ernsthaft das nördliche Siegerland und den Naturpark Rothaargebirge

Über die Notwendigkeit und die ökologischen Folgen des A4-Lückenschlusses zwischen Olpe und Hattenbach wird seit Jahrzehnten heftig gestritten. Eine Unzahl von Studien wurde präsentiert, deren Ergebnisse dann als nicht realistisch wieder eingestampft wurden. Jedem Projekt, das scheiterte, wurde ein neues hinterher geschoben, so dass kaum noch jemand durchblickt, was aktuell geplant wird. Eine schlimme Folge dieser Geisterdiskussionen ist, dass konkrete und finanzierbare Maßnahmen zur besseren verkehrlichen Anbindung Wittgensteins  (Ausbau des bestehenden Streckennetzes, Zusatzstreifen, Überholmöglichkeiten, Beseitigung von Bahnübergängen…) immer wieder auf Eis gelegt wurden.

Wir möchten hier zum aktuellen Vorschlag der Lückenschlussbefürworter, "der Machbarkeitsstudie für eine Bundesfernstraße zwischen Krombach (NRW) und dem Hattenbacher Dreieck (Hessen) vom April 2007" informieren, für die sich eine Lobby aus Politik, IHK und Wirtschaft und Straßenbauern im sogenannten Lenkungskreis Entwicklungsachse Kreuztal-Hattenbach zusammengeschlossen hat.

Was ist geplant?

Der von der Machbarkeitsstudie bevorzugte "Kombinationskorridor" verläuft von Kreuztal bis Erndtebrück auf den bislang dort geplanten Ortsumgehungen, also der als FELS (Ferndorf-Eder-Lahn-Straße) bezeichneten Ortsumgehungskette. Ab Erndtebrück schwenkt der bis dahin südliche Planungskorridor auf neuer Trasse quer durch Wittgenstein nach Norden, um im Osten zwischen Schwarzenau und Beddelhausen die Eder zu queren, mit Fortsetzung auf hessischer Seite bis zur A5.
Geplant wird nicht unter dem Titel "Autobahn", sondern als 3-4 spurige Bundesfernstraße mit einem Regelquerschnitt von 15,5m bis 28 m Breite, allerdings ähnlich einer Autobahn mit nur wenigen und dann kreuzungsfreien Anschlussbauwerken, also eine vorrangig dem Fernverkehr dienende Variante.

FELS über die Ortsumgehungen und Bundesfernstraße über FELS

Dabei nutzt sie nicht nur den Verlauf der in Planung befindlichen Ortsumgehungen (Südumgehungen Kreuztal bis Erndtebrück), sondern auch den fortgeschrittenen Planungsstand derselben (die FELS steht im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes und der Landesbetrieb Straße hat hier bereits einen konkreten Planungsauftrag) und auch den finanziellen Vorteil, indem die Kosten für diese Teilstücke aus den Kosten der Bundesfernstraße heraus gerechnet werden. Vermutlich wurde aus diesem Grund auch der Widerstand entlang der Trasse unterschätzt, denn einzelne Ortsumgehungen wurden bislang, zumindest von einem Teil der Bevölkerung und Politik befürwortet.

Mehr Verkehr statt Entlastung!

Unterschätzt wurde und wird aber, dass die Menschen vor Ort keinen zusätzlichen Fernverkehr in ihrer Region haben wollen, sondern nur eine Entlastung ihrer Ortschaften und bessere und schnellere Anbindung an das bestehende überregionale Straßennetz wünschen. Alle Ortschaften entlang der geplanten Trasse hätten, insbesondere in der Nähe der wenigen Anschlussstellen,  mit erheblich mehr Verkehr, Lärm und Abgasen zu rechnen.
Aufgeschreckt haben die in der Machbarkeitsstudie (S. 176) zu Grunde gelegten Verkehrszahlen: im Westen 3-spurig bis 38.000 Kfz/Tag, 4spurig bis 55.000Kfz/Tag, im Wittgensteiner Abschnitt  3spurig bis 28.000 Kfz/Tag und 4spurig bis 35.000 Kfz/Tag. Genannt werden in öffentlichen Diskussionen aber immer nur die Zahlen, die den Planungen für die "alte" FELS zu Grunde liegen, also wesentlich niedrigere.

Ökologische Katastrophe

Auch wenn beteuert wird, man plane nur 3-spurig, mit Zusatzspur im Westen und an Steigungs- und Gefällstrecken, ist klar, dass es um enorme Verkehrsmengen geht und dass die Landschaft durch mächtige Erdbewegungen und Brückenbauwerke zerschnitten und zerstört wird. Hinzu kommen Baustraßen, Erd- und Materiallager. Im Nordsiegerländer Bereich werden die Naherholungsgebiete zerstört, in Wittgenstein der Naturpark Rothaargebirge zerschnitten. Auch die von der Straßenlobby in Auftrag gegebene Studie selbst geht von hohen ökologischen Risiken aus.

Kosten und Arbeitsplätze

Während Ausbau und Ertüchtigung des bestehenden Straßennetzes kurzfristig umsetzbar wäre und ca. 50 Millionen € kosten würde, werden die Kosten für die neue Trasse auf mindestens das 30fache, nämlich 1,7 Milliarden geschätzt - Ende offen! Dies, obwohl aus Geldmangel bundesweit bestehende Straßen und Brücken verfallen. Gerade in Wittgenstein ist das Argument Arbeitsplätze zweischneidig, denn bislang (ohne Lückenschluss) finden wir gerade hier eine der landesweit niedrigsten Arbeitslosenquoten, aber viele Arbeitsplätze in Umfeld von Naturtourismus, Gesundheits- und Kurbetrieben - diese würden durch den Straßenbau gefährdet.

Sagen Sie NEIN! zum Lückenschluss und der Entwicklungsachse Kreuztal-Hattenbach! Werden Sie aktiv!



Karte 1
Im Westen von der HTS bei Buschhütten - Richtung Ferndorf, weiter über den Höhenzug südlich der B 508 zwischen Kredenbach und Unglinghausen, zwischen Allenbach und Herzhausen, nördlich an Ruckersfeld und Oechelhausen vorbei, südlich von Lützel, nördlich von Altenteich, südlich von Erndtebrück.





Karte 2
Im Osten: südlich von Erndtebrück, nördlich von Amtshausen Richtung Balde, nördlich vom Stünzel, südlich Sassenhausen, zwischen Schwarzenau und Beddelhausen über die Eder, dann in Hessen weiter bis zur A5

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Karten 1 und 2: BiVS, Achim Walder, auf Grundlage des Planungskorridors aus der Machbarkeitsstudie Drecker 2007 im Auftrag des Kreises Siegen-Wittgenstein des Landes Hessen (der genaue Verlauf kann innerhalb des Planungskorridors von 300 m Breite variieren.

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Ost-West-Achse quer durch Kreuztal

Der Verkehr soll von der A4 über die HTS, quer durch die Stadt Kreuztal geleitet werden, um dann über die Südumgehung im Mattenbachtal auf die Bergrücken südlich des Ferndorftals zu gelangen. Türöffner zum Neubauprojekt Bundesfernstraße soll also die Kreuztaler Südumgehung werden. Diese ist also längst nicht mehr nur als Ortsumfahrung geplant, sondern in Buschhütten als mehrstöckiges Autobahndreieck ausgeführt, überwiegend vierspurig. Zu Gunsten der Weiterführung der Bundesfernstraße nach Osten wurde die ursprüngliche Tunnellösung aufgegeben. Während für die Südumgehung die Linienführung bereits feststeht, gibt es ab Ferndorf noch einige hundert Meter Planungsspielraum. Aber da die Trasse auf dem Berg verlaufen soll, wird sie im gesamten Ferndorftal deutlich hörbar sein.

Und in Wittgenstein?

Zitat S. 162 (Studie) "Zwischen den Ortschaften Schameder und Sassenhausen in NRW wären Konflikte mit Siedlungsbereichen (Schutzgut Mensch) zu lösen. Der Korridor würde hier nördlich um das FFH Gebiet  "Buchenwälder und Wiesentäler bei Bad Laasphe" herum geführt. Dies bewirkt ein Heranrücken des Korridors an Siedlungsbereiche, die sich hier bandartig von Westen nach Osten erstrecken."

Lassen Sie nicht zu:

Dass trotz Sanierungsstau an bestehenden Straßen, trotz Wirtschaftskrise, Klimawandel und weltweiter Naturzerstörung weitere Milliarden für diese neue Trasse ausgegeben werden. Fünf FFH-Gebiete wären allein in Siegen-Wittgenstein betroffen. Die zugeteerte Fläche alleine wäre - je nach Planungsvariante - zwischen 3,85 Mio. und 4,97 Mio. qm groß.

Sagen Sie NEIN!


Weitere Informationen:

 

Öffnet externen Link in neuem FensterGrünes Dossier zur Bundesferntrasse und Südumfahrung Kreuztal

Eine umfangreiche Materialsammlung des Stadtverbandes der Kreuztaler Grünen zur Bundesferntrasse zwischen Krombach und dem Hattenbacher Dreieck sowie zur Südumfahrung Kreuztals.


Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.a4-nein.de
Es gibt Widerstand!
Weitere Informationen und Argumente finden Sie auf der gemeinsamen Homepage der Bürgerinitiativen, ebenso die Links zu den örtlichen Bürgerinitiativen von Buschhütten bis Hessen.